Donnerstag, 4. Dezember 2008

Mademoiselle, ermitteln Sie!

Ich war eben auf dem Weg das böse Montreal zu verlassen, da warf ich einen Blick durch die rechte Scheibe und entdeckte etwas. Es sah aus wie ein Einschussloch in einer kugelsicheren Scheibe. Kreisförmig aber nicht durchgeschlagen... irgendeine Pfeife muss nachts besoffen die Karre demoliert haben.
Nun findet man ja nie einen Polizisten wenn man mal einen braucht und so hielt ich irgendwann an, um zu fragen... die Antwort war: "noch zwei Straßen weiter.". ...
Die junge Polizei-Dame nahm dann meinen Bericht auf, besah sich den Schaden, fragte mich nach lauter Papier und Zeugs das man irgendwie nicht bekommt, wenn man in New York ein Auto mietet und dann bekam ich einen Zettel mit einer Vorgangs-Nummer drauf.
Mal sehen was Vermietung und Versicherung bei der Rückgabe sagen...

Kanadische Polizisten sehen übrigens aus, als ob sie sich für nen Bürgerkrieg rüsten. Sie tragen Fleck- oder Stadttarn als Hose und nur das Oberteil sieht (unter der kugelsicheren Weste Modell "Atombunker") einigermaßen polizeilich aus... Wer weiß, was hier Nachts los ist.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Derbe abgezogen.

Gestern gewann ich doch tatsächlich 5 kanadische Dollar beim Pokern! Und das wo der Pitcher nur 5,50 kostete...
Jungs... die Weiber in Kanada sind alle 16, alternativ bis Emo und Clubs machen um drei zu. Der Tanzstil ist hier angenehm unamerikanisch: man braucht dabei noch keine Kondome, weil alles sehr viel gelassener zugeht als in den USA, wo die Leute eigentlich schon auf der Tanzfläche Sex haben...

Betrunkene Deutsche sind lustig, der Weg zum Hostel ist immer zu weit und Autofahren am Morgen sollte warten.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Je me souviens.

Nun habe ich leider überhaupt keine Ahnung, was meine Überschrift bedeutet, aber es muss wohl etwas sein, dass die Montrealen sehr treffend beschreibt - zumal es auf jedem Nummernschild steht.
Nach meiner heutigen Stadterkundung wird es wohl irgendwas sein wie ein bißchen alternativ, grau, unspannend, unterirdisch oder studentisch.

Vielleicht lag es am Wetter, doch vom Mont Royal (dem Hausberg Montreals) sieht die Stadt grau und wenig spannend aus. Keine beeindruckende Skyline, wenige architektonische Perlen und ein weitgehend 3-stöckiges Stadtbild machen Montreal nicht unbedingt zu einer Perle. Zwar gibt es einige hübsche Architekturen (Notre Dame, das Olympiastadium, McGill College und ein bißchen was Altes) doch insgesamt fehlt Ambiente und Charme. Die ganzen Studenten und ein leicht alternatives Flair machten die fehlenden Höhepunkte heute nicht wett (auch wenn am Wochenende wohl richtig Party gehen soll).
Lustig ist, dass es größere unterirdische Anlagen gibt, die die halbe Stadt miteinander verbinden und in denen sich Einkaufszentren, Restaurants, Massentransportsysteme, Universitätseinrichtungen,... befinden. Bestimmt praktisch im Winter.

Über den Sankt-Lorenz-Strom direkt vor der Haustür fahren überhaupt keine Schiffe. Sollten da nicht welche fahren?

Als ingesamgt: Zum Studieren ist hiers vielleicht toll, im Sommer vielleicht auch, aber heute wars nur OK.

Nichtsdestotrotz: Ich mag meinen Urlaub.

Montag, 1. Dezember 2008

On first sight.

Nach Manhattan muss wohl jede Skyline verblassen. Montreal bei Nacht, über den Sankt-Lorenz-Strom gesehen ist schon nett. Aber mich kickt das irgendwie nicht mehr...
Die Gegend in der ich wohne erinnert mich an "Bahnhofsviertel". Ein paar Penner, ein paar Junkies, Fast-Food,... wie Brooklyn an nem schlechten Tag. Außerdem besteht hier alles nur aus Einbahnstraßen und die Prakverbotsschilder sind auf Französisch (war vendredi jetzt Dienstag oder Donnerstag?). Außerdem hats tierisch geregnet... Doch Morgen ist die Stadt fällig und muss mir beweisen, das Kanada toll ist.

Französisch ist überhaupt ein größeres Problem. Ich kann ja überhaupt nichts mehr... nichtmal sagen, dass ich kein Französisch spreche.

Das Hostel ist gut. Der Betreuer empfing mich wie nen alten Kumpel der mal eben Pizza holen war, morgen gehen wir alle nen Bier trinken und jetzt gerade siehts nach ner Pokerpartie aus.

I'm on the road to Alaska.

Was haben die Leute eigentlich gemacht als es noch keine Navigationsgeräte gab? Ich würde mich inzwischen zwar aus Manhattan herausfinden (sogar auf dem FDR-Drive), aber bei dem Stück New Jersey wäre ich schon verloren gewesen... Danach war Montreal dann ausgeschildert (300 Meilen).
Nach der ersten Brücke bin ich über einen Huckel gefahren und ein Plastikbändchen der Radkappe hat angefangen zu klappern (Wie bin ich eigentlich versichert..).

Der Roadtrip wurde eine New-York-Erkundungsreise. Bis auf ein kleines Stück Jersey und halt ein wenig Kanada (der Staat New York ist groß!).
Meinen ersten Stop legte ich in der ersten Hauptstadt NYs ein: Kingston. Wären nicht alle bis auf 2 Photos verlorengegangen, müsstet ihr euch nicht vorstellen, dass die Stadt aussah wie man sie sich vorstellen würde (oder bei Gilmore Girls sieht): Gemütliche alte amerikanische Architektur, kleine Geschäfte, ein paar Kirchen, eine Post, eine alte Bahnlinie,...

Amerika ist zwar sehr vielfältig und hat so ziemlich jede Landschaft zu bieten, die man sich vorstellen kann. Aber die verteilt es auch sehr gut. Die meiste Zeit sah es nach Wald aus, dann kamen Berge und Seen dazu und später noch Gebirge (mit Schnee). Alles präsentiert auf langen , großzügig angelegten Autobahnen (Eisenhower sagt: Autobahnen gehen doch!). Nur Raststätten und Abfahrten wurden eingespart (Nächste Abfahrt: 35 Meilen).

Die Fahrt war nett: wie geplant und voll im Zeitplan mit kümmerlichen 70 mph grob Nord in einem Auto dessen Marke ich nichtmal kenne (aber es ist toll). Die ganze Zeit nur einen Radiosender wählen müssen: keine Werbung, keine Nachrichten, kein Gelaber. Nur Partymucke - und Titelanzeige, nach Genres sortierten Sendern,.. Ich, die Landschaft und die Straße (Mein Gehirn wiederholt beim Autofahren wie beim Joggen ständig die selben Gedanken. Und dann wechselt es den und wiederholt einen anderen...)

JD-PS: Elisabethtown ist ein langweiliges, dreckiges Kaff ohne irgendwelche Sehenswürdigkeiten. Da kann man auch echt nur seine Verwandten begraben...
Pic-PS: Ich werde diesen Photoapperat töten müssen. Ich habe ununterbrochen geknippst und lauter tolle Photos gemacht. Alle weg...
Metrik-PS: In Kanada wechselt das System von imperial zu metrisch: doof bei nem Auto, das nur nen Meilen-Tacho hat...