Montag, 15. September 2008

Der 11. September.

Aus der Sicht der Deutschen machen die Amerikaner mächtig viel Wind wegen der zwei flachgelegten Türme. Man muss den Amerikanern hier aber mal beistehen:
Für sie ist der 11. September ein Tag wie der des Angriffs auf Pearl Harbor oder die Ermordung John F. Kennedys. An diesem Tag wurde die nationale Einheit (die in Deutschland nie auf die Probe gestellt wurde und sich nur während der WM 2006 kurz zeigte) in einer Weise erschüttert die insbesondere in der heutigen Zeit keine geeignete Reaktion ermöglichte. Im 2. Weltkrieg konnte Japan der Krieg erklärt werden, Lee H. Oswald konnte als Schuldiger präsentiert werden aber Al Quaida ist nicht greifbar. Und selbst Saddam war ein beschissener Gegner…

Es geht um etwas Heiliges. Um den Geist einer Nation und ein Angriff auf etwas ausgesprochen Intimes. Die Reaktion darauf ist wie die Liebe zu einem Fußballverein wenig greifbar aber deutlich spürbar und von treibender Kraft.
Der Verlust des World Trade Centers ist nicht das Problem. Doch mit ihm fiel das Stigma der Unangreifbarkeit (als eine Wiederholung des Traumas von Vietnam), die eigene Unfehlbarkeit und nicht zu vergessen: unzählige Ersthelfer. Männern und Frauen die das verkörpern was der Amerikaner für die Welt bedeuten will: Helfer sein, das Gute bringen, die Schwachen retten.

Was passiert wenn in Deutschland der Reichstag in Trümmern liegt, das Trinkwasser einer Stadt vergiftet wird oder die Bayer-Werke brennen?
Deutschland ist Teil der Familie des alten Europas – aber im Selbstverständnis eher der jüngste Sohn. Wir wissen um unsere historische Fehlbarkeit, sind zum Konsens mit den Nachbarn gezwungen und wir sind etwas zögerlicher in militärischen Angelegenheiten, doch wir mussten nie mit einer Tat wie dieser fertig werden. Deutschlands Symbole sind noch unangetastet und es gibt keine frischen Wunden die heilen müssten. Deutschlands Kritik an Amerika gleicht deshalb der der Mutter die ihrem Sohn rät „Wenn dich der Schläger vor der Schule noch mal ärgert ignoriere ihn einfach.“
Natürlich wehren sich die USA! Wenn sie es doch nur nicht in der Art eines Kindes tun würden…

Samstag, 13. September 2008

Shadows of the past.

Dido hatte unrecht, Sophie Ellis-Bextor einen tiefen Einblick und mein letzter Eintrag straft mich Lügen. Außerdem halte ichs mit Churchill (oder mit Goebbels. Die Quellen streiten sich da zuweil): ich vertraue nur meiner Statistik, fälsche sie und das Haus verliert trotzdem.
Und ausschließlich für eben diese Statistik: Ich kapituliere. Die weiße Flagge weht über meiner Tür. Was Hänschen nicht gelernt hat, kann Hans nicht anwenden...

"Der Kampf ist euch befohlen, auch wenn er euch missfällt; aber es ist wohl möglich, dass euch etwas missfällt, was gut für euch ist; und es ist wohl möglich, dass euch etwas gefällt, was für euch übel ist." - Sure 2, 216

Ich machs trotzdem nicht. Beim einzigen Mal bei dem ichs richtig versucht habe gings zwar ausgesprochen gut aber ich komme mir so unglaublich doof dabei vor. Und deshalb lass ichs. Kein Kampf.
Doch die Philosophen unserer Zeit behaupten ja auch, dass man mal machen sollte.
"Nicht versuchen du sollst, machen du musst." - Joda
Und ich glaube sie haben recht. Aber die Umsetzung von Erkenntnissen war noch nie meine Stärke. Wo ist die Einbahnstraße der man nur folgen muss?

PS: Das Buch das ich zum 20. bekam wird nun endlich gelesen. Im 4. Anlauf. Aber auch Enyas Beitrag hierzu lässt mich nicht hoffen. Gebranntes Kind scheut das Licht.

Dienstag, 9. September 2008

Das Haus gewinnt immer.

Für die vor einer Weile gestartete Rätselaktion ist jetzt eine Auflösung verfügbar. Abgebildet ist die Hauptstadt Schwedens: Stockholm (Helsinki für alle "Stirb Langsam" Fans). Von zwei Tipps ingesamt (London und Kopenhagen) liegt meiner am dichtesten dran, was bedeutet, dass ich gewinne. (Hihi)

Sonntag, 7. September 2008

Traffic Report.

Verkehrs-Special I/IV: Fahrradfahren.

Berühmt sind die USA für ihre Fahrradbegeisterung nicht gerade... Der eine gute Radfahrer (L. Armstrong) war sicher genauso nen Ausrutscher wie dieser Schwimmer denn die breite Masse trägt das Biken sicher nicht.
Wer in New York Rad fährt sollte sich drei wichtiger Dinge bewusst sein:
1. Man genießt Narrenfreiheit und kann so ziemlich machen was man will: rote Ampeln sind grün, gegen den Verkehr ist OK und selbstverständlich auch ohne Licht. Da Fahrradfahren überhaupt nicht ernst genommen wird, gucken auch die Polizisten nicht hin...
2. Man wird behandelt wie der Narr. Autos ignorieren gerne mal das man auch als Radfahrer Vorfahrt hat, stehen sowieso im Weg und der Blick in den Rück- oder Seitenspiegel ist etwas Seltenes. Der Narr braucht keine zusätzliche Beachtung...
3. Gehwege sind problematisch. Weil die Amis laufen wie sie lustig sind und keinerlei Erfahrung mit Fahrradfahrern haben sehen sie die als Bedrohung und sind für diese eine Ausnahme sogar bereit, ihre ungeheure Gleichgültigkeit aufzugeben und sich zu beschweren.

Radeln ist in New York keine erlaubte Transportmethode. Man darf als Sport radeln, das ist OK. Nur nicht um irgendwo hinzukommen. Wer das macht wird für einen Idioten gehalten (ernsthaft!).
Sehr löblich ist, dass alle einen Helm tragen. Aber wer nicht Rad- und Autofahren kann braucht den auch.

Fahrräder kosten einstiegsmäßig etwa 70 Euro. Alles was teurer ist, wird von der breiten Masse als Verschwendung betrachtet. Fahrradläden sind beim Fahrrad-Verkauf preisintensiver aber meine ungeschlagenen Lieblinge: schneller (!), kompetenter Service, billige Ersatzteile, amerikanische Öffnungszeiten und entgegen anfänglicher Vermutung durchaus zahlreich vertreten.

U-Bahnen transportieren Fahrräder kostenlos, es gibt einige wenige Fahrradwege und das Wetter war bisher optimal. New York hätte Potential...

PS: Das Photo der Woche wurde passend zum Thema ausgesucht. Willkommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Samstag, 6. September 2008

Besuch von Hanna.

Gestern abend hatte ich Besuch. Damenbesuch.
Hanna war da und brachte "Geschenke". Leider war sie etwas sütrmisch und hatte wohl ein bißchen dicht am Wasser gebaut und kam etwas unerwartet aber immerhin war sie hier.

Hanna war einst ein kleiner Hurrican der Kategorie 1 (und tötete in der Karibik trotzdem mal eben 60 Menschen). Der Abend bestand aus ergiebigem Regen, kleineren Windböen und der Gewissheit, dass der Sonnabend wohl kein Strand-Tag wird. Gäste der Fähre nach Staten-Island wurden mit dem Hinweis nach Manhattan übergesetzt, dass sie Nachts evtl. nicht mehr zurückkämen, da der Fährbetrieb möglicherweise eingestellt wird.

Am Flughafen herrscht garantiert das Chaos und ab Montag werten dutzende Praktikanten die Verspätungsmeldungen der Flieger aus (Luken können bei Wind nicht geöffnet werden, nasse Paletten wegen der Elektrik nicht geladen werden,...).
Momentan ists ruhig aber die wikipedia-Seite (!) zum Sturm sagt auch, dass das Auge momentan hier in der Gegend sein soll.

Bei 30°C ist ein Sturmgebiet ne lästige Sache: es wird schwül. Und so schwül wie in New York ist es sicher nirgendwo. Aber man schwitzt immer nur Minuten, denn die allgegenwärtigen Klimaanlagen halten den arktischen Kontrast hinter jeder Tür bereit. Kreislaufprobleme sollte man hier sicher nicht haben.

EDIT: Eben wurde mir berichtet, dass es ab 15:00 heftig werden soll. Noch ist Ruhe aber die werden schon wissen was sie erzählen...